alles hat seinen ANFANG

Die Entstehung unserer Arbeit im Chrischtehüsli 

im Blick auf die Zürcher Drogenszene

 

Ende 60-er Jahre: Die Schweiz wird von der Drogenwelle erfasst. 1968 Die erste Demo für ein AJZ (autonomes Jugendzentrum)wird vor dem Zürcher Globus von der Polizei  zerschlagen. Anfänge der Zürcher Gassenarbeit in der Drogenszene 

 

 

 

1985: Verlagerung der Szene an den Platzspitz und zum Drahtschmidli. Notschlafstellen werden eröffnet, beim Tiefenbrunnen und an der Zollstrasse. 1987: Das Phänomen der Aidskrankheit dringt an die Öffentlichkeit. Eröffnung vom Krankenzimmer für Obdachlose (KfO). Frühling 87: Ehemalige Drogensüchtige der ACL-Häuser beginnen mit Gasseneinsätzen in der Drogenszene.

Sommer 87: Die Stadt schliesst das Jugendhaus Drahtschmidli beim Platzspitz, weil es zum Fixerkaffee geworden ist.

  70ger-Jahre: Hippie–Flower-Power. Jesus People-Welle. LSD und Hasch florieren in hohem Kurs. Der Zivilschutz-Bunker am Helvetiaplatz, als Treffpunkt der Drogenabhängigen, wird geschlossen und ausgeräuchert. Die ersten ACL-Häuser (Arbeitsgemeinschaft christlicher Lebenshilfen) nehmen ihren Anfang. Änderung des Betäubungsmittelgesetzes in der schweizerischen Bundesverfassung. Die Szene der harten Drogen, Heroin (und Kokain) nimmt zu. 1980: Zeit vom Zürcher AJZ.Die Drogenszene wächst, gleichzeitig finden massive Strassenschlachten und Krawallschlägereien der autonomen Bewegung gegen die Ordnungshüter in Zürich statt. Die Jugendrevolte dehnt sich über Europas Großstädte aus. März 1982: Das AJZ wird abgerissen. Verlagerung der Drogenszene an die Riviera, dem Bahnhof Stadelhofen, dem Bellevue, dem Hirschenplatz. Vertreibungstaktik der St

 

 

 

Herbst 87: Verschiedene Christen der Stadt Zürich bekommen die gleiche Vision: Das Drahtschmidli solle als Lokal für Drogensüchtige wieder eröffnet und zum Lob von Gottes Herrlichkeit gebraucht werden. Die Visionsträger formieren sich als betende Drahtschmidli-Gruppe. Winter 87/88: Mit dem Kaffeebus des Zefanja-Vereins machen Ehemalige von der Therapiestation Best Hope jeden Samstagabend Gasseneinsätze auf dem Platzspitz. Die Drogenszene hat sich inzwischen vergrössert und vom Drahtschmidli auf den Platzspitz verlagert. 1988: Die Stadt eröffnet das ehemalige Drahtschmidli als Jugendkulturhaus Dynamo mit der Chuchi am Wasser. Sommer 88: Als erste Kontakt- und Anlaufstellen werden vier Busse von der Stadt aufgestellt. Anfänge von Job-Bus. Herbst 88:  Platzspitz-Aktion des Roten Kreuzes wegen „Schlepp-Scheisse“. Inzwischen verkehren täglich tausende Drogensüchtige auf dem Platzspitz. Er wird zum Katastrophengebiet erklärt. Das Methadon wird von der Stadt leichter abgegeben. Die Kokainwelle nimmt stetig zu.                   

Dezember 88: Eröffnung des Zipp-Häuschens (Zürcher Interventions-Programm) auf dem Platzspitz. Zehntausende sterile Spritzen werden täglich an Drogensüchtige kostenlos abgegeben, als Prävention gegen AIDS. Im Laufe der nächsten Monate verwandelt sich der gehetzte Betrieb auf dem Platzspitz in einen internationalen Dealer-Marktplatz. Ausländische Dealerbanden decken sich min der Schweiz mit dem Erlös der Drogendealerei mit Waffen ein. Wegen der Abgabe der sterilen Spritzen entsteht ein neues Fixer-da-sein: der“Filterler“. Überall um das Platzspitz-Rondell stehen Filterli-Tische. Ohne kriminell zu werden leben sie von den Abfällen der anderen Süchtigen und dienen ihnen mit Handreichungen.

1989: Die Ratten vermehren sich. Mord und Totschlag nehmen zu. Der Drogendeal ist schon längst nicht mehr in den Händen der Schweizer-Junkies. Jugoslawen und Türken übernehmen die Macht, später die Libanesen. Frühling 89: Die betende Drahtschmidli-Gruppe formiert sich zum Verein Zürcher Jugendhaus mit christlicher Trägerschaft, weshalb sie mit den St. Anna-Gottesdiensten im August dieses Jahres beginnt. Jeden Freitagabend trifft man sich ab jetzt in der Kapelle des St. Annahofes zum Gebet mit dem Ziel, die damalige Vision 86 Realität werden zu lassen. Dezember 89: Erste Gassenweihnacht in der Chuchi am Wasser. 1990: Auch in Bern, Basel, Olten, Luzern nimmt die Drogenszenen zu. Kokain wird vermehrt als Fee base geraucht, was sehr gefährlich ist. Die Agressionen und die Hektik nehmen vermehrt zu. Immer mehr Drögeler nehmen Methadon, das vom Kanton grosszügig abgegeben wird, was wiederum den Kokainkonsum auf der Gasse unerbittlich in die Höhe treibt. Frühling 90:  Beginn der Gassenarbeiter-Treffen: die christlich motivierten Gassenarbeiter treffen sich einmal monatlich im St. Annahof. Vier Polizisten aus New York, ein Streetworkleiter aus Oslo, ein Methodisten-Bischof aus der USA und ein südafrikanisches Ehepaar, internationale Intercessors, besuchen den Platzspitz und prophezeien unabhängig voneinander, dass der Platzspitz vom „Needlepark“ zum „Bibelpark“ werden wird, wenn wir Christen gegenseitig Busse tun.

 

Herbst 90: Als Folge davon findet auf dem Platzspitz ein Bussgottesdienst mit über hundert Christen statt, die sich gegenseitig um Vergebung bitten für vergangene Schuld aneinander. Karfreitag 91: Erste Gebetsnacht unter dem Platzspitz-Rondell mit 38 Christen aus verschiedenen Gemeinden. 15. Juni 91: Der Verein Zürcher Jugendhaus mit christlicher Trägerschaft stellt einen Baucontainer als Anlauf- und Beratunsstelle für Drogensüchtige auf das Parkdeck vom Dynamo. Die Beratungsstelle wird von der Sozialtherapeutin Hanna Glauser in Pionierarbeit aufgebaut. Der Name Chrischtehüsli stammt von einem langjährigen Drogensüchtigen.

September 91: Die interkantonalen Gassentreffen finden weiterhin im St. Annahof statt. Die Szene ums ZIP-Häuschen wird immer aggressiver. Es wird immer mehr gedealt. Der Zürcher Platzspitz hat als Drogenumschlagplatz internationalen Ruf erreicht. Oktober 91: Beginn der Sonntagmorgen-Gottesdienste auf dem Rondell. Das Rondell wird zusehends sauberer, ausgelöst durch den Lobpreis und das Gebet. November 91: Der Stadthalter von Zürich teilt mit, dass der Platzspitz bald geschlossen werden wird. Die Stadt montiert Gitter um den verrufenen Park. Februar 92: Schliessung des Platzspitz mit starker Polizeipräsenz. Eine Kravallschlägerbande kann dank Gebet und der Polizei nichts zerstören und niemand kommt zu Schaden. Frühling 92: Das Chrischtehüsli-Team ist gewachsen. Die Arbeit wächst und weitet sich auf Familien-Platzierungen aus

Ende 92: Die Drogenszene verlagert sich hauptsächlich zum Busbahnhof am Sihlquai und in die Hinterhöfe vom Kreis 5. Durch Massnahmen wie Gitter und Abschrankungen, um die Häuser vor den Drogensüchtigen zu schützen, beginnt sich die Szene immer mehr entlang dem linken Limmatufer bis weit über den Limmatplatz und die Kornhausbrücke hinaus auszudehnen.Im Rahmen des Chrischtehüsli trifft sich jeden Sonntagmorgen eine kleiner Lobpreisgruppe bei dem jeweiligen Ansammlungspunkt der Drogensüchtigen und bewirkt damit, dass die Polizei besser aufräumen kann. Einmal wöchentlich findet eine Gebetsnacht auf dem Platzspitz statt

1993-94: Die Drogenszene hat sich auf den Lettensteg und Kornhausbrücke verlagert. Die Brutalität auf der Szene wächst durch die Bandenkriege zwischen Libanesen und Nigerianern.Die Polizei kann wegen des bisherigen Asylgesetzes Dealer ohne Ausweis nur 24 Stunden in Haft nehmen. Das Rückführungszentrum für ausserkantonale Schweizer wird eingerichtet. Jeder Kanton wird genötigt, selber für seine Süchtigen zu schauen. 1994: Der Chrischtehüsli-Vorstand erneuert sich. Hanna Glauser hat weiterhin die Leitung. Januar 94: 80 Leute aus der ACL kommen auf den Lettensteg zum Lobpreis, Gebet und Gasseneinsatz

Herbst 94: Neue Abstimmung über das Verfahren bei Ausländern ohne Ausweise. In Zukunft können sie bis sechs Monate in Haft genommen werden. Extrem hohe Besucherzahl von Christen, die Gasseneinsätze machen mit dem Chrischtehüsli-Team, bis zu 100 Personen an einem Tag. Sie kommen von Basel, Bern und der Ostschweiz auf den Letten. Die Stadt beginnt mit den Heroinabgabe-Projekten und weitet die Kontakt- und Anlaufstellen aus, ebenso BEWO (Betreutes Wohnen). Stadtzürcher Drogensüchtige bekommen einen städtischen Ausweis. Januar 95 Wiederum kommen 80 Leute aus der ACL auf den Letten zum Gebet, Lobpreis und Gasseneinsatz in Zusammenarbeit mit der Polizei.Februar 95 Schliessung des Lettens. Sie verläuft ohne spezielle Vorkommnisse, ganz anders als die Schliessung des Platzspitzes. Alles war besser Vorbereitet. Von der Stadt wird eine verdeckte Szene angestrebt. Es beginnt eine Ruhephase und Neuorientierung für das Chrischtehüsli. Wir machen Gasseneinsätze im Kreis 4 und 5 besuchen einzelnen Betroffene zu Hause, begleiten sie in den Entzug, in die Therapie, in das Spital oder die Entzugs-Klinik und besuchen sie vermehrt im Gefängnis. Suche nach einem neuen Lokal im Kreis 4.

 

1. Oktober 95 Umzug in die Zwinglistrasse 33 im Kreis 4. Von Dienstag bis Freitag hält das Chrischtehüsli-Team die neue Anlauf- und Beratungsstelle offen und macht täglich aufsuchende Gasseneinsätze. Montags arbeitet die franziskanische Gassenarbeit in den Räumlichkeiten des Chrischtehüsli. Änderung des Vereinsnamens in Verein INKLUSIV, christlicher Verein zur Integration randständiger Menschen. Oktober 96 Die Kinderspielgruppe des Vereins Inklusiv wird eingerichtet. Eröffnung im Januar 97.

1997 Emmanuel Parvaresh stösst als freiwilliger Mitarbeiter zum Chrischtehüsli-Team. In den zwölf Jahren an der Zwinglistrasse 33 im Kreis 4 wächst das Mitarbeiter-Team, Zivildienstleistende stossen dazu, die Zusammenarbeit mit gassennahen Institutionen der Stadt Zürich wird ausgebaut, auch die Zusammenarbeit mit christlichen Institutionen wie OM-Global Action, EMK-Netz 4, Heilsarmee-Open Heart und Gäale Stern im Niederdorf, die alle mit der Drogenszene der Stadt Zürich verknüpft sind. Aus dem Chrischtehüsli ist ein Werk geworden.ab

Ab 1998 Ehepaarleitung von Emmanuel und Hanna Parvaresh-Glauser.  Januar 2000 Emmanuel Parvaresh-Glauser übernimmt die Leitung des Chrischtehüsli. 1. September 07 Neues Lokal an der Fabrikstrasse 28 im Kreis 5. Von nun an befindet sich das Chrischtehüsli mit der Kinderspielgruppe im Haus Zueflucht, einem ehemaligen Altersheim. Das Lokal ist grösser als das Vorherige, und die Zusammenarbeit mit der Franziskanischen Gassenarbeit wird dadurch intensiver.

ab Sommer 2009 dürfen wir (zunächst halbtags)versuchsweise in einem Raum der Adventsgemeinde Zürich unsere Gassenarbeit betreiben.

2010 Daneben versuchen wir es zusätzlich mit einer mobilen Beratungsstelle mit Bus.

9. September 10 Unsere neue Anlauf- und Beratungsstelle CHAI wird an der Cramerstr. 11, 8004 Zürich definitiv eröffnet. Die Räumlichkeiten werden uns kostenlos von der Adventsgemeinde Zürich zur Verfügung gestellt. Herbst 2010 Die Kinderspielgruppe zügelt ebenfalls von der Fabrikstrasse an die Cramerstrasse 11 und heisst von nun an Spielgruppe Crami.

1. Juli 11 Neu befindet sich das Vereinsbüro an der Tellstrasse 2, 8004 Zürich, ein Haus von der Diakonie Nidelbad, mit der uns eine jahrelange Freundschaft verbindet. Von dort finden Gebetstreffen statt.

Ab Sommer 12 Die erste Migrantenwelle mit Wirtschafts-flüchtlingen überrollt uns. Täglich kommen seither Dutzende von hilfesuchenden Ausländern neben unserer ersten Zielgruppe der Drogensüchtigen uns suchen bei uns Rat und Hilfe. Die gratis Deutsch-Kurse für Migranten entstehen.

 

 Seit 2013 eröffnen wir den Internetcorner für unsere Gäste. Auch Drogensüchtige benutzen ihn.

Seit Sommer 2013 besuchen uns vermehrt Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan und "Kurdistan". Ab Sommer 2015 Beratung in Auffangzentren für Flüchtlinge in der Nord-Ost-Schweiz beginnen vor Ort. Emmanuel Parvaresh, Chrischtehüsli, Chrischtehüsli-Leiter, bietet Übersetzungsdienste an und versteht sie. Das ist eine deutliche Hilfe für die Schweizer Rechtsanwälte, welche für die Flüchtlinge in den Aufnahmezentren zuständig sind. 

Im 2016 vermehrt sich der Kontakt zu den Kriegsflüchtlingen. Der Gedanke an ein Haus für kriegstraumatisierte, alleinstehende Mütter mit Kinder entsteht. Im 2016 entsteht auch unser Projekt Tagesstruktur für randständige Menschen. Seit da an arbeiten Menschen mit Suchtprobleme, mit psychosozialen Problemen, auch Asylanten, welche keine Arbeitsbewilligung haben in unserm Lokal im Haushalt mit. Sie sind eine Bereicherung des Teams und werden in ihrem Alltag damit unterstützt.  

Anlauf- und Beratungsstelle Chrischtehüsli